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NT Wright – 5 Kernfragen für ein jüdisches Verständnis von Jesus

Ich mag Fragen. Sie sind häufig viel wichtiger als Antworten, weil sie zu einem Prozess einladen und die Lösung transparent machen. NT Wright konzentriert sich in seinem 2. Buch auf das Leben von Jesus. Dazu hat er 5 Fragen formuliert, die von jedem beantwortet werden müssen, der sich mit Jesus auseinandersetzt.

"Heute wird der Versuch, Jesus glaubwürdig im jüdischen Kontext zu sehen, wieder als wichtige Aufgabe gesehen. Dadurch nimmt man das gesamte jüdische Leben extrem wichtig, man verabschiedet sich von theologisch und politisch motivierten Aussagen und konzentriert sich auf Kernfragen, die sich als entscheidend herauskristallisiert haben. Ich schlage 5 Kernfragen vor, die immer wichtig sind, um irgendetwas glaubwürdig über Jesus zu sagen. Verschiedene Autoren haben ihren Schwerpunkt auf einzelnen dieser Fragen, keiner integriert sie alle, wie ich es versuche, hier zu tun.

Die 5 Fragen sind:

  1. Wie passt Jesus ins Judentum seiner Zeit?

  2. Was waren seine Ziele?

  3. Warum ist er gestorben?

  4. Wie kam die erste Kirche in Existenz und warum hat sie die Form, die sie hatte?

  5. Warum sind die Evangelien was sie sind?

Die 6. Frage ist wie ein Joker auf der Hand, die aber jeder Autor über Jesus kennt: und jetzt?

All diese Fragen sind keine privaten Anliegen der Christen oder Theologen. Sie gehören ins öffentliche Bewusstsein.

Alle Fragen sind eigentlich Unterpunkte einer größeren Frage, die sich alle Historiker des 1. Jahrhunderts unweigerlich stellen: wie kommt es, dass es im Jahr 110 eine große international Bewegung von beachtlicher Vielfalt und Unterschiedlichkeit gibt, die sich auf eine Geschichte von Jesus aus Nazareth beruft? In anderen Worten: wie kommen wir vom einheitlichen Judentum im Jahr 10 v.Chr. zu dem diversen Judentum und Christentum im Jahr 110 n.Chr.?"

(Jesus and the victory of God - S. 89-91)

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gepostet von marlster am 4/28/2006 09:20:00 vorm..

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